Unter dem Motto „Aus der Region für die Region“ begrüssten die Landtechnik-Hersteller Claas, Strautmann und WestfaliaSurge am Abend des 18. Februar rund 300 Landwirte zur ersten Milchviehhalter Fachtagung im Claas Technoparc. Die in Westfalen gebündelte Kompetenz für Melktechnik, Fütterungstechnik und Erntetechnik war Anlass für die drei Hersteller, den Milchviehprofis aus den Landkreisen Warendorf, Gütersloh und Osnabrück bei einer gemeinsamen Fachtagung die neuesten Technik-Trends zur weiteren Produktivitätssteigerung in den Betrieben vorzustellen. Die Landtechnik-Unternehmen zeigten sich mit den aktuellen Bedingungen auf den landwirtschaftlichen Betrieben und den Themen, die ihre Kunden bewegen, sehr vertraut. Vor dem Hintergrund erhöhter Kostendruck, sinkende Erzeugerpreise und gestiegene Arbeitsbelastung zeigten die Referenten für die Futterernte, Fütterung und den Melkprozess Wege auf, wie über eine Steigerung der Produktivität auch in Zukunft ein akzeptables Arbeitseinkommen und eine angemessene Kapitalrendite erzielt werden kann. Die Teilnehmer begrüssten besonders das gemeinsame Auftreten mehrerer Hersteller und das dadurch gebotene breite Spektrum an Informationen.
WestfaliaSurge zeigte anhand praxisgerechter Detaillösungen, wie die Produktivität im Melkprozess gesteigert werden kann. Bei gleichzeitiger körperlicher Entlastung der Melkperson wird mit der Teilautomatisierung des Melkens eine deutliche Reduzierung der Arbeitskraftstunden pro Kuh und Jahr erreicht. Mit dem Einsatz automatischer Stimulationssysteme oder automatischer Kuhtreibesysteme kann zum Beispiel die Arbeitsbelastung um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Besonders hervorgehoben wurde der deutliche Kostenvorteil von Melkstandsystemen gegenüber dem Automatischen Melksystem.
Die Firma Strautmann stellte im Leistungsvergleich der Milchviehrationen den deutlichen Vorteil des Einsatzes von Futtermischwagen heraus. Allein durch die Mischration konnte in Fütterungsvergleichen aus der Praxis eine deutlich höhere Futteraufnahme nachgewiesen werden. Neben der klaren Dominanz der Vertikalmischwagen auf Grund ihrer schonenden Futteraufbereitung sieht Strautmann einen deutlichen Trend zum selbstfahrenden Futtermischwagen.
Claas als klassischer Ausrüster der Lohnunternehmer-Arbeitsketten stellte die Bedeutung eines schlagkräftigen Maschineneinsatzes für die Futterquali-tät heraus. Zugleich präsentierte das Unternehmen neue Techniklösungen für den eigenmechanisierten Betrieb. Mit einer neuen Front-Trommelmäher Generation und speziellen Kardanik-Fahrwerken bei Schwadern bieten sich neue Perspektiven, um Futterverschmutzung und Qualitätsverluste bei der Ernte sicher zu vermeiden. Ein wichtiges Thema, so die Experten von Claas, sei bei der überbetrieblichen Futterernte auch der Übergang vom Einsatz einzelner Häcksler zur Anwendung kompletter Silage-Ernteketten.
In vielen Gesprächen zwischen Herstellervertretern mit den Landwirten kam an diesem Abend auch klar zum Ausdruck, dass betriebliches Wachstum nur mit dem gezielten und wohlüberlegten Einsatz von moderner Technik in der Milchviehhaltung möglich ist. Ein Beleg dafür sei nicht zuletzt die im Zeitraum von 1992 bis 2002 um 60 Prozent gestiegene Produktivität der landwirtschaftlichen Betriebe.