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Der Melktechnik-Hersteller Westfalia Landtechnik produziert seit 75 Jahren Melktechnik.
06.08.2004

Der Melktechnik-Hersteller Westfalia Landtechnik produziert seit 75 Jahren Melktechnik. 1926 - am Anfang der technischen Entwicklung stand die Eimermelkanlage - heute liefert das Unternehmen Anlagen für Betriebe mit fünf aber auch an Kunden mit weit über 15.000 Kühen. Hinzu kommen Melkanlagen für Schafe, Ziegen, Büffel und Stuten. Westfalia ist als einer der beiden größten Anbieter der Melktechnik-Branche längst ein global player, der die komplette Produkt-Palette und ein dichtes Vertriebs- und Service-Netz weltweit anbietet. 1.600 Mitarbeiter arbeiten in über 50 Ländern für die Westfalia Landtechnik-Gruppe, die zum GEA Konzern, Bochum, einem Teil-Konzern der mg technologies ag, Frankfurt, gehört. 

Die Unternehmer-Familie Habig veräußerte 1994 ihre Aktienmehrheit an der Westfalia Separator an die GEA AG, Bochum. 1996 wurden die Melktechnik-Aktivitäten des Unternehmens als eigenständige Gesellschaft Westfalia Landtechnik GmbH unter dem Dach des GEA-Konzerns zusammengeführt. Seidem betrieb das Unternehmen eine konsequente Ausweitung der Kerngeschäftsfelder Melktechnik, Kühltechnik und Dairy Supplies (Reinigungs- und Tierhygiene-Produkte, Ersatzteile, Zubehör und ein umfangreicher Beratungs-Service). Seit Mitte der achtziger Jahre wuchs der Umsatz um mehr als das Vierfache von rund 75 Millionen EURO auf heute rund 330 Millionen € EURO. Die Akquisitionen des nordamerikanischen Herstellers Surge und des franzöischen Milchkühltechnik Spezialisten Hugonnet Ende der neunziger Jahre dienten der strategischen Kompetenzerweiterung im Bereich Großanlagentechnik, Dairy Supplies und Milchkühltechnik. 

Die Westfalia Separator AG baute bereits seit 1893 Zentrifugen - zum Beispiel für die Milchverarbeitung. 1926 gab Werner Habig, über vierzig Jahre Vorstandsvorsitzender, den Startschuss für die Melktechnik-Entwicklung und -produktion. In der 75jährigen Erfolgsstory setzte Westfalia mit richtungsweisenden Neuentwicklungen ständig Meilensteine. Im Focus neuer Melktechnik-Visionen des Unternehmens stehen nach wie vor hoher Melker- und Tierkomfort, hohe Milchqualität und höchste Rentabilität der gelieferten Anlagen. 

Westfalia liefert Milcherzeugern weltweit für jede individuelle Anforderung die passende Systemlösung. Die Bandbreite der Systemlösungen reicht von der Eimer-melkanlage über unterschiedliche Melkstandsysteme bis zu Melkkarussellen. Elektronische Herdenmanagement-Systeme überwachen und steuern in einem modernen Melksystem den Melkvorgang, die Kühlung, die Fütterung und wachen über die Tiergesundheit. Das jüngste Produkt ist der ProMilk-Service - die individuelle Beratungs-Service-Leistung für die Erzeugung von Qualitätsmilch. Das dichte Netz der Westfalia Vertriebs- und Servicepartner, die breitangelegte Produktpalette und die auf große Kundennähe ausgerichteten Service-Angebote machen das Unternehmen zu einem echten global player. Ergebnis ist eine hohe Kundenorientierung auf der Produkt- wie auf der Ser-viceseite, die nur wenige Anbieter weltweit darstellen können. 




Langfassung:

Wer Milch und Milchprodukte im Laden um die Ecke, oder im Supermarkt kauft, hat in der Regel keine Vorstellung davon, wie viel Mühe früher und wie viel Hightech heute hinter der Gewinnung von Rohmilch höchster Qualität steckt. Für weniger Plackerei und mehr Wirtschaftlichkeit sorgen Technik und Produkte des Melktechnik-Herstellers Westfalia Landtechnik. Das Unternehmen brachte vor 75 Jahren seine erste Melkmaschine auf den Markt und ist heute einer der beiden größten Hersteller weltweit. Westfalia entwickelt und produziert seit 1926 Komponenten und Systemlösungen für die Milcherzeugung. Aus dem einst familiengeführten westfälischen Maschinenbauer wurde in 75 Jahren ein Innovator der Branche und ein Service orientierter global player. 

Die erste Melkmaschine aus westfälischer Produktion war eine einfache Eimermelkanlage. Heute liefert Westfalia auf die Erfordernisse von Familienbetrieben und kommerziellen Großfarmen in aller Welt zugeschnittene Systemlösungen. Für Kühe, Schafe, Ziegen, Stuten und Büffel.

Das Unternehmen ist in drei Geschäftsfeldern aktiv: Melktechnik-Ausrüstung, Kühltechnik-Systeme und Dairy Supplies. Hinter dem neudeutschen Wort "Dairy Supplies" verbirgt sich die gesamte Produktpalette für die Melkanlagen-Reinigung und Tierhygiene sowie Ersatzteile und Zubehör. Ergänzt wird dieses Produktprogramm durch den ProMilk-Service - ein neues und bislang in Europa einzigartiges Beratungs- und Dienstleistungs Angebot für eine bessere Milchqualität bei geringeren Betriebskosten.

1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen in über 50 Ländern weltweit ein dichtes Vertriebs- und Service Netz. Kaum ein anderes Unternehmen der Branche kann eine solche Kundenorientierung bei einer derart breit angelegten Produkt- und Service-Palette vorweisen.


Lange Zeit familiengeführt - die treibende Kraft
Die Unternehmer-Familie Habig war Mehrheits-Anteilseigner der Westfalia Separator AG, bis sie 1994 ihre Aktien an die GEA AG, Bochum veräußerte. 1996 schließlich wurden die Melktechnik-Aktivitäten des Unternehmens als eigenständige Gesellschaft Westfalia Landtechnik GmbH unter dem Dach des GEA-Konzerns zusammengeführt. In den 1990er Jahren betrieb das Unternehmen eine konsequente Ausweitung der Kerngeschäftsfelder in vielen Wachstumsmärkten. Strategische Akquisitionen halfen zusätzlich den Gesamt-Gruppenumsatz fast zu verdreifachen. 2001 lag der Umsatz bei rund 330 Millionen €EURO. 


Die Keimzelle des Traditionsunternehmens ist die Rahmesohl & Schmidt AG, aus der die Westfalia Separator AG 1941 hervorging. Bereits seit 1893 baute man Zentrifugen - zum Beispiel für die Milchverarbeitung.

Inspiriert durch neue Eindrücke aus den USA, entschied Werner Habig, über vierzig Jahre lang Vorstandsvorsitzender, 1926 mit einer praxistauglichen und tiergerechten Melkanlage in das Melktechnik-Geschäft einzusteigen. Das Jahr 1926 ist demnach das Geburtsjahr der Westfalia Landtechnik. Eine jahrzehntelange Erfolgsstory begann. In dessen Verlauf stellte das Unternehmen ständig Neuentwicklungen vor: Qualität, Zuverlässigkeit, einfache Handhabung und hohe Leistungen standen für Betriebe und Melkpersonal vor und nach dem Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt. Das mechanische Melken erleichterte Schritt für Schritt die Melkarbeit und half, immer mehr Tiere in einer Herde zu halten. Mit jeder technischen Verbesserung und Weiterentwicklung verband und verbindet das Unternehmen einen hohen Qualitätsanspruch und stellt die tierschonende Arbeitsweise der Anlagen in den Mittelpunkt.


Erfolg durch Innovation
Über sieben Jahrzehnte Melktechnik von Westfalia haben das Melken maßgeblich verändert. Zahlreiche Neuentwicklungen nahmen dem Melkpersonal mühselige Handarbeit ab und gestalteten das Melken für das Tier angenehmer. Das Geschäft schien vielversprechend; denn besonders in den Kriegs- und Folgejahren herrschte enormer Melkermangel.


Von der Handarbeit zum maschinellen Melken
Mechanische Melk-Verfahren wurden von einigen Firmen seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Allerdings konnten diese ersten Ansätze die Milchviehhalter nicht überzeugen. Die Apparaturen waren nicht ausreichend betriebssicher und schlecht zu handhaben. Außerdem waren sie von einer zur Kuh sanften und euterschonenden Arbeitsweise noch weit entfernt. Misstrauen der neuen Technik gegenüber hegten auch die Melker: Sie fürchteten um ihre Jobs. Schließlich waren diese Spezialisten bis dahin unentbehrlich. Die Verbreitung der ersten Melkmaschinen verlief dazu anfangs auch deswegen schleppend, weil auf den meisten Betrieben der elektrische Strom fehlte, der für die neuzeitlichen Gerätschaften nötig war. 

Damals wie heute läuft ohne elektrische Energie nichts: Melkanlagen benötigen Strom nicht nur zur Vakuumerzeugung, sondern auch für die Prozessleit- und Steuerungstechnik moderner Melkanlagen und Melkmanagement-Systeme, wie sie inzwischen fast überall Einzug fanden. Elektronik und Hightech erlauben eine tiergerechte, arbeitssparende und wirtschaftliche Milchproduktion - egal, ob eine Herde 5 oder 15.000 Kühe umfasst. Westfalia zählt technologisch, und das haben zu jeder Zeit Innovationen aus Oelde und den weltweit zehn Entwicklungs- und Produktionsstätten immer wieder bewiesen, zu den Trendsettern der Branche.


Früher Technologie-Transfer
Von einer Reise in die USA brachte Werner Habig 1926 neue technische Erkenntnisse mit nach Oelde. Schon bald wurde der erste Kolben-Pulsator und das erste Melkzeug mit brauchbaren Melkbechern für einen Melkeimer entwickelt. Das Melk-Vakuum für die ersten Eimermelkanlagen erzeugten Kolben- und Wälz-Kolben-Vakuumpumpen. Westfalia verbesserte diese Verfahren ständig und setzte mit neuen Komponenten Meilensteine. 

Nach dem Grundprinzip "Milchentzug unter Vakuumeinwirkung" arbeiten auch heute noch die modernsten Anlagen. Auch sie benötigen wie die ersten Melkanlagen eine Vakuumpumpe, ein Pulsationssystem und ein Melkzeug.

Im zweiten Weltkrieg förderte der Melker-Mangel die Verbreitung der Melktechnik. Mehr Technisierung war angesagt. In den fünfziger Jahren beschleunigte der einsetzende technische Fortschritt auch die Melktechnik-Entwicklung. Gleichzeitig wurde von der Melkmaschine mehr Leistung und eine sorgfältige Behandlung der Tiere verlangt.

Der von Westfalia entwickelte vakuumgesteuerte Manschettenpulsator verbesserte die Melkarbeit deutlich. Moderne Pulsatoren verfügen heute über elektronisch gesteuerte Magnet-Ventile wie sie zum Beispiel in den StimoPuls-Systemen von Westfalia arbeiten. Sie rüsten die Kühe automatisch und tierindividuell an und machen sie somit passend melkbereit. In den 60er Jahren brachte die Rohrmelkanlage zusätzliche Arbeitserleichterung: Es wurde nicht mehr in Eimer, sondern in eine stationäre Leitung, die zu einem Milchsammelbehälter führt, gemolken. Eine Neuheit, der die Zukunft gehört, so dass Westfalia 1964 auch die ersten Milchkühlwannen baute.

Anfang der sechziger Jahre wurden Regel-Ventile entwickelt, so dass das Melk-Vakuum auch bei unterschiedlichen Belastungen konstant blieb. Die ersten Vakuum-Regelventile waren zunächst federbelastet - ab 1967 arbeiteten die Nachfolge-Serien gewichtsbelastet. Melkzeug- und Kannenspülen wurden 1969 überflüssig, als Westfalia Reinigungsautomaten entwickelte, die die Melkleitungen in einem geschlossenen Kreislauf reinigen und die Melkanlagen-Hygiene verbessern. Die ersten Melkstände bildeten die dritte Generation der Melktechnik. Sie wurden bereits vor dem 2. Weltkrieg gebaut. Sie waren jedoch mit Melkeimern bestückt - stationäre Melkleitungen kamen später. Mit der Entwicklung von tier- und bedienergerechten Melkständen begleitete Westfalia in den siebziger und achtziger Jahren den Wandel von der Anbinde- zur Laufstallhaltung. Melkstände wie der EUROPA-Fischgrätenmelkstand oder der Autotandem von Westfalia mutierten zum Standard für westeuropäische Milcherzeuger. Melkstandsysteme wie das Side-By-Side-Konzept bieten heute höchsten Melkkomfort und höchste Durchsatzleistungen.

Obwohl Melkkarusselle schon länger bekannt waren, verhalfen neue technische Möglichkeiten diesem Melkstand-Typ zum Durchbruch. Mit dem ersten Rotomelk- Melkkarussell läutete Westfalia eine neue Generation ein. Ab 1990 gelang es Westfalia als einem der ersten Unternehmen sämtliche Komponenten aus dem starren Melkstand auf das rotierende System zu übertragen. Dank der AutoRotor-Serie wurde Westfalia inzwischen weltweit Marktführer bei Melkkarussellen. 


Die siebziger Jahre:
Immer mehr Vorgänge und Bereiche der Milchproduktion konnten mechanisiert werden - die Elektronik machte dafür den Weg frei. Größere Milchviehherden forderten perfektionierte Melkanlagen, Melkstandsysteme und höhere Leistungen. Westfalia entwickelte zum Beispiel Vakuumpumpen mit einer Luft-Leistung bis 2.800 Litern pro Minute. Im Vergleich dazu reichte in den 60er Jahren eine Vakuumpumpen-Leistung von 400 Li-tern pro Minute in der Regel aus - heute liegt die durchschnittliche Leistung in Deutschland bei 1.200 Litern pro Minute.

1970 kam der erste elektronisch gesteuerte Pulsator und die ersten Milchmengen-Meßsysteme aus den Labors. Die erste Melkzeug-Abnahme-Automatik kam 1975 auf den Markt und entlastete den Melker erheblich. Elektronische Melksteuergeräte und Überwachungssysteme erleichtern seitdem die Melkarbeit und sorgen dafür, dass die Kühe tiergerecht und schonend gemolken werden.

Seit Anfang der achtziger Jahre werden feinfühlig arbeitende Sensorik-Komponenten eingesetzt, die alle Melk- und Milchleistungsparameter elektronisch erfassen undes ermöglichen die gewonnenen Daten in einem Melkmanagement-System weiterzuverarbeiten. Das elektronische Melkmanagement-System Metatron, der Stimopuls Anrüstpulsator, die automatische Melkzeugabnahme, die automatische Nachmelkvorrichtung Finilactor und BackFlush, das System für die automatische Melkzeugzwischendesinfektion, sind Beispiele aus einer ganzen Reihe von Entwicklungen, die in der Branche für die Innovationskraft von Westfalia stehen. Ebenso der legendäre BIO MILKER: Mit dem Verfahren periodisch Luft in die Melkbecher einzulassen, sorgt dies neue Melkzeug für noch sanfteres Melken. Das Classic S-Melkzeug mit Melkformschläuchen aus Silikon zählt heute zu den leistungsfähigsten und melktechnisch effektivsten Melkzeugen am Markt.

Die Flut von Tier- und Herdendaten, des Melkvorganges, der Tiergesundheit und des Leistungsverhaltens der einzelnen Kuh erfassen und verarbeiten inzwischen PC-basierte Herdenmanagement-Systeme. Sie dienen nicht nur der Leistungskontrolle und Datenauswertung sondern sie steuern und überwachen auch aktiv den Melkvorgang, die Fütterung und das Tierverhalten. Mit dem ersten Fütterungsrechner Ende der siebziger Jahre zog der Computer in den Kuhstall ein. Prozessrechner wie das Codatron System übernahmen die automatische Kraftfutterzuteilung und Überwachung der Tiere. Codatron bedeutete einen neuen Meilenstein - die Meßlatte für die gesamte Branche. Mit der aktuellen Nachfolgegeneration DairyPlan überwacht und verwaltet der Milcherzeuger von heute seine Herde. Und dies überwiegend nur per Mausklick. DairyPlan 5 bedeutet für Melktechnik-Experten in aller Welt: bedienerfreundliche, professionelle Herdenführung am PC.

Westfalia Landtechnik entwickelt Visionen für das Melken von Morgen: Alle zukünftigen Entwicklungen von Westfalia haben den Kuh-Komfort, den Melker-Komfort, die Wirtschaftlichkeit und Sicherung der Rohmilchqualität im Visier. Eine Haltung, die Westfalia auszeichnet und den Erfolg des Unternehmens seit Jahrzehnten prägt.


 
  Downloads:

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75 Jahre Melktechnik von Westfalia